Neues zum Bonus

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Neues zum Bonus

Immer wieder haben sich die Gerichte mit der Frage zu beschäf­ti­gen, ob es sich beim Bonus im konkre­ten Fall um Lohn oder um Grati­fi­ka­tion handelt. Handelt es sich um Lohn, ist der Bonus (also der Lohn) auch im gekün­dig­ten Arbeits­ver­hält­nis anteils­mäs­sig geschul­det. Die Abgren­zung  zwischen Lohn und Grati­fi­ka­tion ist nicht immer eindeu­tig. Ein wich­ti­ges Unter­schei­dungs­kri­te­rium bildet dabei das Ermes­sen des Arbeit­ge­bers. Steht dem Arbeit­ge­ber bei der Frage, ob über­haupt ein Bonus ausge­rich­tet wird oder wie hoch dieser ausfällt, ein gewis­ses Ermes­sen zu, handelt es sich tenden­zi­ell um eine Grati­fi­ka­tion. Gerade wenn bei der Beur­tei­lung der Ziel­er­rei­chung soge­nannte “Soft­fak­tors” eine Rolle spie­len (z.B. Wohl­ver­hal­ten gegen­über Kunden), liegt meist eine Grati­fi­ka­tion vor, weil dem Arbeit­ge­ber ein gewis­ses Ermes­sen zusteht bei der Beant­wor­tung der Frage, ob nun der Arbeit­neh­mer solche weichen Ziele erreicht hat oder nicht. Hängt der Bonus dage­gen ausschliess­lich vom Errei­chen gewis­ser Zahlen ab (z.B. von einem gewis­sen Umsatz), besteht kein Ermes­sen mehr des Arbeit­ge­bers.  Es handelt sich um Lohn. Spie­len sowohl Soft­fak­tors (z.B. Verhal­ten) als auch Hard­fak­tors (Zahlen) eine Rolle, liegt aufgrund des wenigs­tens bezüg­lich Soft­fak­tors bestehen­den Ermes­sens des Arbeit­ge­bers in der Regel eine Grati­fi­ka­tion vor. Um Lohn handelt es sich dage­gen dann, wenn der Bonus fest verspro­chen ist. Ob dies der Fall ist, muss durch Ausle­gung der entspre­chen­den Bonus­ver­ein­ba­rung ermit­telt werden.

2018-06-18T12:29:23+00:00